Freiwilligendienste
in Trägerschaft der
Salesianer Don Boscos

Volunteers auch Jahre nach ihrem Dienst ehrenamtlich engagiert

Veröffentlicht am: 16. Dezember 2021

Bonn/Benediktbeuern/München – Ein Freiwilligendienst als Don Bosco Volunteer im Ausland mündet oft in ehrenamtliches Engagement. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die wir anlässlich unseres 25-jährigen Jubiläums unter ehemaligen Don Bosco Volunteers durchgeführt haben. 91 Prozent der 180 befragten Rückkehrerinnen und Rückkehrer gaben an, sich politisch und gesellschaftlich zu engagieren, etwa in der Jugendarbeit, Studierendenverbänden oder auch der Flüchtlingshilfe. 50 Prozent tun das sogar einmal pro Woche.

1996 reiste ein erster Freiwilliger aus Deutschland als Don Bosco Volunteer nach Irland –knapp 800 weitere jungen Menschen folgten ihm und haben seitdem in Indien, Bolivien, Ghana oder auf den Philippinen einen einjährigen Dienst von Jugendlichen für Jugendliche geleistet haben. Seit 2010 haben zudem 400 Volunteers einen Freiwilligendienst in Don-Bosco-Einrichtungen in Deutschland geleistet. Die deutschen Don Bosco Volunteers haben die Jugend- und Entwicklungsarbeit unseres Ordens, der Salesianer Don Boscos, bereichert und verändert. Ihre Impulse zu postkolonialen Strukturen haben etwa unsere Bildungsarbeit weiterentwickelt und die Vorbereitung neuer Freiwilliger kontinuierlich verbessert. Als Brückenbauer zwischen dem globalen Süden und uns in Deutschland, haben sie die Beziehungen zu Menschen und der Don Bosco Familie gestärkt.

Kritischer Blick auf soziale Ungerechtigkeit

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens wollten wir daher wissen: Wie nachhaltig hat der Freiwilligendienst das Leben der insbesondere der Auslandsfreiwilligen selbst geprägt und welche Erfahrungen haben sie rückblickend mitgenommen? Mit unserer Umfrage wandten wir uns deshalb an knapp 650 ehemalige Volunteers, um zu erfahren, ob es zu langfristigen Verhaltens- und Einstellungsänderungen durch den Freiwilligendienst gekommen und was von der Zeit besonders in Erinnerung geblieben ist.

Die 180 Rückmeldungen zu Erfahrungen aus 25 Jahren Don Bosco Volunteers zeigen uns in allererster Linie die Relevanz und Kraft dieser zwölf Monate Engagement für die Jugend dieser Welt. Deutlich wird das unter anderem beim Blick auf die entwicklungspolitische Ausrichtung des Dienstes. Viele Freiwillige entwickeln einen kritischen Blick auf das internationale Wirtschaftssystem und soziale Ungerechtigkeit. Dies belegen auch zahlreiche Freitextantworten, in denen deutlich wird, dass die vor Ort gemachten Erfahrungen noch viele Jahre später reflektiert werden und die eigene Haltung zu globalen Fragestellungen beeinflussen. Die Umfrage zeigt eindeutig, dass die Freiwilligen auch später noch in hohem Maße sensibilisiert sind, für Themen wie Rassismus, Privilegien und Postkolonialismus.

Zentrale Ergebnisse der Umfrage

Weitere Ergebnisse der Umfrage finden Sie in einer Präsentation, die Sie hier herunterladen können.

Volunteers als Brückenbauer

Besonders positiv bewerten wir auch die intensiven Bindungen und Freundschaften welche die Funktion von Volunteers als Brückenbauer zwischen Menschen und Kulturen unterstreichen. Zum Teil noch Jahre nach dem Einsatz halten die Freiwilligen Kontakt zum Gastland, sei es durch soziale Medien, Reisen oder vereinzelt auch durch Engagement in den jeweiligen Communities in Deutschland. Die Erfahrung, Teil einer internationalen Gemeinschaft zum Wohle von Kindern und Jugendlichen zu sein, wird von den Teilnehmern fast durchweg als sinnstiftend, positiv und persönlich bereichernd wahrgenommen. Für die Don Bosco Familie sind aktive und ehemalige Volunteers auch eine Investition in gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Knapp ein Drittel von ihnen beginnt später ein pädagogisches Studium wie Lehramt oder Sozialpädagogik und möchte auch weiterhin mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.

Das einjährige Volontariat bei Don Bosco beinhaltet oft auch das Miterleben und -wohnen in einer religiösen Gemeinschaft, was viele Teilnehmer als positiv bewerten. Mehr Vertrauen in die Kirche als Institution und eine Intensivierung des eigenen Glaubens geht damit aber nicht zwingend einher.

Die Umfrage bestärkt uns darin, gemeinsam mit unseren Freiwilligen weiter für eine solidarische Welt einzutreten und unser Angebot weiter auszubauen. Wir danken an dieser Stelle allen Partnern im In- und Ausland, die mit uns gemeinsam Don Bosco Volunteers möglich machen.

Text: Ulla Fricke; Foto: privat

 

Zentrale Ergebnisse der Umfrage als Download